Industrielle Serienfertigung: Kleidung für eine unbekannte Zielgruppe

In der industriellen Serienfertigung sieht die Situation grundlegend anders aus: Die Kleidung wird ohne Kenntnis der späteren Träger*innen entwickelt und produziert. Zwar wird eine Wunsch-Zielgruppe definiert (zum Beispiel Businessfrauen zwischen 25 und 35), doch wer das Produkt am Ende tatsächlich kauft, ist nicht vorhersehbar.

Das bedeutet: Die Schnittentwicklung muss so ausgerichtet sein, dass sie innerhalb eines definierten Größen- und Proportionenrahmens möglichst vielen Menschen gut genug passt, damit diese das Produkt behalten – und nicht retournieren.

Hierbei entstehen komplexe Anforderungen:

  • Die Zielgruppe ist anonym. Weder individuelle Maße noch körperliche Besonderheiten sind bekannt.
  • Der Schnitt muss auf eine gewisse Vielfalt an Körperproportionen reagieren können.
  • Es gibt keine nachträglichen Anpassungen. Die Kleidung muss nach dem Kauf direkt getragen werden können.
  • Retouren sind betriebswirtschaftlich relevant. Schlechte Passform führt zu hohen Rücklaufquoten.