Woche 1 //// Lektion 5 //// FitLogic – Von Durchschnittsmaßen zum realen Produkt
Maßtabellen als Ausgangspunkt, nicht als Ziel
Maßtabellen bilden statistisch häufige Maßkombinationen ab, beruhen jedoch auf abstrahierten Datensätzen und sind an einer festgelegten Körperhöhe orientiert (z. B. 168 cm in der DOB). Individuelle Abweichungen in Proportion, Körperform oder Körperhaltung bleiben dabei unberücksichtigt.
Bei der Schnittentwicklung muss das immer berücksichtigt werden, da die Träger*innen eines Kleidungsstücks selten der tabellarisch hinterlegten Idealfigur entsprechen.
Ein Beispiel hierfür ist die stärkste Stelle des Gesäßes. In der Maß-Schnitterstellung wird die Hüftlinie im Schnitt in Abhängigkeit von der vertikalen Position der stärksten Stelle des Gesäßes eingezeichnet und so die weiteste Stelle im Hüftbereich im Schnitt festgelegt.
Die vertikale Position der stärksten Stelle des Gesäßes variiert in der Realität deutlich – je nach Beckenlänge, Körperhöhe oder Volumenverteilung. In der industriellen Schnitterstellung müssen wir uns auf eine Position der Hüftlinie/stärksten Stelle festlegen. Eine standardisierte Hüftlinie kann daher in der Praxis entweder oberhalb oder unterhalb der tatsächlichen stärksten Stelle der Hüfte einer Person liegen.
Um Passformprobleme zu vermeiden, empfiehlt es sich darum, die Hüftlinie im Schnitt tendenziell etwas höher anzusetzen. Dadurch wird bei Personen mit kürzerer Hüfte die stärkste Stelle sicher erfasst, während bei längeren Hüften die notwendige Weite automatisch unterhalb der Linie zur Verfügung steht. Negative optische Effekte sind in der Regel nicht zu erwarten.