Woche 1 //// Lektion 5 //// FitLogic – Von Durchschnittsmaßen zum realen Produkt
Bewegungsfreiheit als funktionale Anforderung
Neben der Anpassung an Proportionsunterschiede muss der Schnitt auch funktionale Bewegungsanforderungen erfüllen. Kleidung wird im Alltag nicht im statischen Zustand getragen, sondern unterliegt kontinuierlicher Bewegung (Gehen, Sitzen, Heben, Radfahren etc.). Schnitte, die sich ausschließlich an statischen Körpermaßen orientieren, führen in der Praxis häufig zu Einschränkungen in der Beweglichkeit und werden daher als unbequem empfunden.
Die Rückenbreite ist ein klassisches Beispiel. Eine zu knapp bemessene Rückenpartie kann zu Spannungen führen, sobald die Arme nach vorne bewegt werden. Um dies zu vermeiden, wird in vielen Schnitten eine leicht erhöhte Rückenbreite eingeplant. Diese fällt bei schmalen Rücken optisch kaum auf, verbessert jedoch die Bewegungsfreiheit bei durchschnittlich breiten und breiteren Rücken erheblich.
Analog dazu wird im Brustbereich die Mehrweite gezielt vor der Brust platziert, während oberhalb des Brustpunktes die Passform körpernäher bleibt, da hier keine zusätzliche Bewegungsreserve benötigt wird.