Lektion 2 /// Dauer: circa 45 Minuten /// Der Oberteilgrundschnitt
Zusammenfassung taillierter Oberteil-Grundschnitt
Dieser Schnitt wurde mit Absicht nach keinem bestimmten Schnittsystem erstellt, sondern soll vielmehr verdeutlichen, dass unterschiedliche Wege zu sehr ähnlichen Ergebnissen führen, da das Ziel jeden Schnittsystems ja ist, eine möglichst passgenaue 2D-Form des 3D-Körpers zu erzeugen. Diese Form steht im direkten Zusammenhang mit dem Körper und muss deshalb immer dieselben prinzipiellen Eigenschaften aufweisen:
- ein Halsloch
- einen Brustabnäher
- einen Brustpunkt
- einen Schulterblattabnäher
- ein Armloch an einer bestimmten Stelle
- eine Reduktion im Taillenbereich
Schulterblattabnäher, Brustabnäher und Reduktion im Taillenbereich können zugunsten von mehr Bewegungsfreiheit oder einer legeren Optik reduziert werden oder ganz wegfallen.
Schulter und Brustabnäher beeinflussen die Form des Armlochs. Sollen sie reduziert werden, wird dadurch das Armloch aufgelockert.
Sind Teilungsnähte geplant, können die Abnäher gut in die Nähte integriert werden[SU1] .Formgebende Nähte sollten vom Kreuzungspunkt nicht zu weit von dem eigentlichen Abnäher entfernt liegen, da die Funktion ansonsten verloren oder ins Nirwana laufen würde. Teilungsnähte mit Funktion zu weit von der Körperrundung/Formung entfernt werden als Beulen oder ein zu viel an Volumen/Weite wahrgenommen.
Entlang von Teilungsnähten lässt sich auch der Taillenausfall noch gleichmäßiger verteilen und noch gezielter Oberweite und Gesäß abgeformt werden. Formgebende Nähte sollten vom Kreuzungspunkt nicht zu weit von dem eigentlichen Abnäher entfernt liegen, da die Funktion ansonsten verloren oder ins Nirwana laufen würde. Teilungsnähte mit Funktion zu weit von der Körperrundung/Formung entfernt werden als Beulen oder ein zu viel an Volumen/Weite wahrgenommen.
Die Form der Teilungsnähte kann grundsätzlich frei gestaltet werden, solange sie die ungefähre Abnäherlage und vor allem die Abnäherspitze durchkreuzen bzw. dicht genug heran kommen.
Es sollte jedoch immer die bestmögliche Kombination aus Passform, vorteilhafter Optik und verarbeitungstechnischer Umsetzbarkeit gewählt werden. Bei der Passform steht zusätzlich die größtmögliche Bewegungsfreiheit im Vordergrund.